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3 typische Aussagen von Eltern bei der Berufswahl ihrer Kinder

Eltern spielen bei der Berufswahl ihrer Kinder eine große Rolle. Sie sind quasi die Berufsberater ihrer Kinder. Bis zu 41% aller Berufswahlentscheidungen sind auf die Beeinflussung der Eltern zurückzuführen. Bei der Frage, wen Unternehmen in der Akquise ansprechen, ist also auch zu berücksichtigen, dass die Eltern eine wichtige indirekte Zielgruppe sein können.

 

In diesem Blog-Artikel möchte ich Ihnen die aus meiner Sicht DREI Top-Ratschläge von Eltern an ihre Kinder nennen und wie Sie als Ausbilder das Beste daraus für Ihre Akquise-Strategie nutzen können:

 

1. "Geh studieren, damit aus dir auch was wird"

Der Trend nach der Schule studieren zu gehen nimmt seit Anfang der 2000er Jahre stetig zu. Jedoch zeichnet sich für 2018 erstmals wieder ein Rückgang ab. Warum?

Eltern wollen zunächst erreichen, dass aus ihren Kindern auch mal "was anständiges" wird. Das scheint offenbar mit einem Studium und den vielen darauffolgenden Möglichkeiten am Arbeitsmarkt am besten zu funktionieren. Obwohl wir wissen, dass diese Behauptung so nicht stimmt, kommt seit Jahren hinzu, dass wir so viele arbeitslose Jung-Akademiker haben wir noch nie. Ein Ergebnis dessen, dass es mehr Studierende gibt, als geeignete Arbeitsstellen für diese. Oder aus einer anderen Perspektive gesehen: Der demographische Wandel zusammen mit der steigenden Anzahl an Studenten führt dazu, dass es fast unbegrenzte Möglichkeiten in der dualen Ausbildungswelt gibt.

 

Das können Sie tun:

Machen Sie potentiellen Bewerbern im Erstkontakt gleich klar, welche Vorteile eine duale Ausbildung insgesamt und bei Ihnen speziell im Unternehmen mit sich bringt. Wie sind die Zukunftsaussichten in diesem Beruf und welche Weiterbildungsmöglichkeiten (z.B. als Studium danach) gibt es? Tragen Sie diese wichtigen Informationen auch ohne direkte Fragen der Schüler oder deren Eltern gleich bei, damit sich insgesamt das Bewusstsein und die Wertigkeit ändert!

 

2. "Schau‘, dass du bei einer großen Firma unterkommst"

Einer der Gründe für diese Aussage mag sein, dass große Unternehmen auch große Sicherheiten bieten. Z.B. ein garantierter Job bis zur Rente. Aber ganz ehrlich: Wer will das noch von der Generation Z? Und gibt das der Arbeitsmarkt der Zukunft überhaupt noch her? Unternehmen sind im Wandel, Märkte sind im Wandel. Natürlich investieren große Ausbildungsbetriebe oft mehr in eine interessante und moderne Ausbildung als manch ein Kleinbetrieb, der die notwendigen Mittel dazu gar nicht hat.

 

Sollten Sie Ausbilder in einem KMU sein, dann helfen Ihnen diese Fakten sicherlich:

Laut der Studie Azubi-Report 2019 will die Hälfte der befragten Schüler gar nicht zu einem Konzern, sondern lieber in einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen die Ausbildung absolvieren. Informieren Sie deshalb schon mit Ihrer Karriereseite auf Ihrer Homepage über die Vorteile einer Ausbildung bei Ihnen, die zum Beispiel sein können: familiäre Atmosphäre, flexible Strukturen, kurze Entscheidungswege etc.

Damit punkten Sie garantiert bei Schülern und Eltern!

 

3. "Mach es anders als ich" 

Laut einer Gallup-Studie sind 80% aller Arbeitnehmer unzufrieden mit ihrem Job – klar, dass sie für die Kinder „nur das Beste“ wollen. Aber was ist das Beste überhaupt? Nach der Meinung der Eltern ist das in jedem Fall viel Geld zu verdienen. Aber das Geld nicht glücklich macht und Lohnerhöhungen eine Halbwertszeit von 48 Stunden haben, weiß die junge Generation besser als die ältere.

 

Das können Sie aktiv tun:

 

Zeigen Sie beim Erstkontakt mit Eltern und Schülern, dass sich Berufsbilder gewandelt haben, monotone Arbeit immer mehr von Robotern übernommen wird, Digitalisierung immer häufiger in Arbeitsprozesse integriert wird und dadurch nicht nur die Arbeit, sondern bereits die Ausbildung modern, digital und spannend macht. Wichtiger ist es einen Beruf zu erlernen, den es in 10-15 Jahren noch gibt, als einen Beruf zu erlernen, in dem man viel verdient, der aber monoton ist und jederzeit durch künstliche Intelligenz ersetzt werden kann.

 

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